Asse-Chronik: Die Zeit läuft davon

Um alle Interessierten die Entwicklungen um Asse II und die wesentlichen Hintergrundinformationen zugänglich zu machen, hat aufpASSEn eine aktuelle Chronik erstellt:

Die Neuigkeiten aus 2025 bis Anfang 2026 stellen wir hier dar, für die Vorjahre verweisen wir auf das Dokument

Asse-Chronik – Die Zeit läuft davon.

Auf der BGE-Veranstaltung am 8. Mai 2025 zur Notfallplanung erhielten wir folgende Informationen:
– MgCl-Gegenflutungslösung noch nicht an der Asse vorhanden, externe Speicher und Beschaffung sind noch in der Vergabe.
– Strömungsbarrieren: 50 Stck. fertig, 34 Stck. noch zu bauen
– Ergebnis der Konsequenzenanalyse für den Fall des Verbleibs des Atommülls in Asse II bei kompletter Umsetzung der Notfallplanungen:
Strahlenbelastung Anwohner über den Flüssigkeitspfad (Austrittsstellen bei Wittmar und Remlingen – Ammerbeeke):
21,7µSv/a nach 190 Jahren, ohne Transportverzögerung (Sorption)
8,0µSv/a nach 3.300 Jahren, mit Transportverzögerung (Sorption)
5,3µSv/a nach 60.000 Jahren, mit Transportverzögerung (Sorption)

Bei Rückholung des Atommülls sei die errechnete Strahlenbelastung für die Anwohner 100µSv/a nur durch die Rückholung, Hinzu kommen radioaktive Belastungen durch den Offenhaltungsbetrieb und die Abfallbehandlung,
Unsere Kritik: Nach Lex Asse muss für die Rückholung die StrlSchV 2001/2012 eingehalten werden. Danach dürfte die zulässige Gesamtbelastung überschritten werden.

Am 19. August 2025: Wir erhalten von NMU und BGE die Information, dass der Antrag für Schacht 5 bislang lediglich: „Antragsschreiben, Informationsunterlage und Liste der vorgesehenen Unterlagen“ enthält.

Am 19. November 2025 findet sieben Jahre nach Beantragung in 2018 endlich die Kamerabefahrung der ELK 8a/511 – MAW statt. Die Ergebnisse stellt die BGE im Niedersächsischen Umweltausschuss am 19. Januar 2026 dar:
– Abstand Decke zu Atommüllfässer reduziert von 2 m auf 1,1 m
– Löser von der Decke auf Fässern, Rissstrukturen an der Decke.
– Ortsdosisleistung im Raum 0,0016 mSv/h bis zu 167 mSv/h je nach Abstand vom Fasskegel (Fässer-Haufen).
– Ortsdosisleistung unter der Decke laut BGE: 4µSv/h (35.040 µSv/a)
– Radonkonzentration 140.000 Bq/m³.
Die Radonkonzentration ist ähnlich der in der Atom-ELK 12/750-m-Sohle (15 Jahre nach Genehmigung in 2011 wurde nun das Ergebnis der Erkundungsbohrung bekanntgegeben) Die hohe Rückhaltung der Ableitungen durch Salzwände zeigt sich deutlich, da im sonstigen Grubengebäude eine Radonbelastung von 30-180 Bq/m³ gemessen wurde.
Wir schließen daraus: Die gemessenen Radonwerte in der ELK 12/ 750 zeigen auf, dass die 2016 vom BfS dargestellten Ableitungen aus dem Zwischenlager (wie bei den Ableitungen aus Asse II) mit ungedichteten Behältern (incl. Konditionierung) wesentlich höher sein dürften.

    Am 14. April 2026 erfahren wir auf der BGE-Infoveranstaltung in Remlingen
    – Thema Lösungsfassung: Am 27.03.2026 Entdeckung eines Salzlaugenzuflusses in Kluft 3/658-m-Sohle außerhalb der Auffangfolie.
    – Thema Rückholung:
    o die Rückholung kann nicht wie bisher geplant in 2033 beginnen. Es gibt keinen neuen Termin für den Beginn der Rückholung
    o Vorplanungen sind abgeschlossen, z.Z. Entwurfsplanungen, erste Genehmigungsplanungen begonnen.
    o Genehmigungsantrag Schacht 5 wurde am 30.06.2025 gestellt (Unterlagen unvollständig).
    o Schacht 5 ist frühestens 2039 einsatzbereit (Inbetriebnahme), dann erfolgen erst die Auffahrungen für das Rückholbergwerk mit 4,7 km neuen Strecken (250.000 m³ Salz sind zu entfernen).
    Unsere Kritik: Hiervon könnte eine über 1 km lange neue Strecke nur für ELK 8a/511 m entfallen, wenn die ELK 8a/511 (nur 1301 MAW-Fässer) über Schacht Asse 2 rückgeholt wird.
    Aktualisierung der Konsequenzenanalyse für den Verbleib des Atommülls in Asse II, für den Fall, das die Notfallplanungen komplett umgesetzt wurden
    o Deckgebirgsmodell wurde aktualisiert, die Austrittsstelle wird nun in Groß Denkte erwartet
    o Strahlenbelastung der Anwohner über Flüssigkeitspfad: 20 µSv/a nach 2.500 Jahren
    Es fehlen, noch der Gaspfad und die wasserrechtliche Prüfung für die chemo-toxischen Stoffe.
    – Konsequenzenanalyse mit Verbleib Atommüll in Asse II, Notfallplanungen unvollständig umgesetzt
    o Strahlenbelastung Anwohner über Flüssigkeitspfad: 450µSv/a nach 800 Jahren
    -> Ursache wahrscheinlich ELK 7/725, die offen und unverfüllt ist.
    Wir fragen uns: Was bedeutet das Öffnen von Atommüll-ELK bei der Rückholung für die Konsequenzenanalyse?


    Am 15. April 2026 veröffentlicht der Runde Tisch Asse II Elm-Asse im Anschluss an die Landespressekonferenz in Hannover das „Grundsatzpapier Runder Tisch Asse II“

    Die Chronik wird durch die folgenden im Text erwähnten Unterlagen ergänzt:

    1. Schreiben ans Bundesamt für Strahlenschutz mit Fragen zur Strahlenbelastung aus 2016
    2. Schreiben aus 2016 an die mit der Asse befassten Ministerien
    3. Änderung der Strahlenschutzverordnung in 2018
    4. Beleuchtungsbericht zur Standortauswahl aus 2021
    5. Kritik an der Rückholplanung der BGE
    6. Positionspapier des Rundes Tischs Asse II „Langzeitlager gehört nicht auf die Asse“
    7. Grundsatzpapier des Runden Tischs Asse II
    8. Lösungszutritt 1988 bis 2026
    9. Stellungnahme von aufpASSEn zu den Parameterstudien aus 2014 und 2016, mit denen die BGE die Wahl des Langzeitlagers auf der Asse begründet

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